Karlsruhe, 9. Juli 2006
Rund-Brief Juli 2006
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Bankverbindung: Demokratische SozialistInnen,
Konto-Nr. 200774-754, Postbank Karlsruhe, BLZ: 66010075
Liebe FreundInnen und GenossInnen,
x Wo nur ist das
früher allseits so beliebte Sommerloch geblieben? Im Windschatten der
WM-Euphorie werden Föderalismusreform, Gesundheitsreform und „law and order“ –
Einsatz der Bundeswehr im Innern, Ausweitung von Geheimdienstbefugnissen, und
Europäischer Haftbefehl auf den Weg gebracht. Nicht zu vergessen die
EU-Dienstleistungsrichtlinie Bolkestein, die „Fortschritte“ bei der
Flüchtlingsabwehr in der Festung Europa und weiteren Auslandseinsätzen der
Bundeswehr wie im Kongo….Die Realität verlangt eigentlich Dauereinsatz, was derzeit
wenig realistisch ist. Lamentieren über die relative Stille im Land, die trotz
immer weiterer kapitalistischer Radikalisierung vorherrscht, bringt uns aber
auch nicht weiter…Die “üblichen Verdächtigen“ reichen nicht aus, überall die Hebel
mit anzusetzen, wo es notwendig ist. Also sind wir alle gefordert!
x Fi-na-le ade, vielleicht hat das gerade noch
rechtzeitig die schwarz-rot-goldene Zuckergussstimmung in der BRD etwas
schmelzen lassen, jedenfalls so, dass zum aktuellen „Deutschland-Trend“ die
Große Koalition in den Umfragen abstürzt. Leider nur in Umfragen – notwendig
wäre es bei Streiks und Protesten auf der Straße.
Auch der DGB greift inzwischen
den Gesundheits-Kompromiss an. Es soll gewerkschaftliche regionale Großmobilisierungen
und Aktionstage im Herbst gegen die Regierungspolitik der weiteren unverhüllten
Umverteilung von den Arbeitenden und Nichtmehrarbeitendürfenden zu den Konzernen
und Reichen geben. Das wäre ein Fortschritt gegenüber der Demonstration gegen
Sozialkahlschlag der Sozialen Bewegungen am 3. Juni 2006 in Berlin zu der der
DGB nicht aufgerufen hat. Schwerpunkt soll die Rente mit 67 und die
Gesundheitsreform sein. Wichtig wäre dass solche Aktionstage keine
Eintagsfliege bleiben, sondern den Auftakt zur Entfaltung sozialer Gegenwehr darstellen.
Gegen die anstehenden Anschläge im Gesundheitswesen, Rente mit 67, Rentenabschläge,
Arbeitsrechtsabbau usw. braucht es langen Atem und ein Bewusstsein, den (politischen)
Preis für die brutale Umsetzung so hoch wie möglich zu treiben. Es ist aber
wichtig, nicht nur gegen die Verschlechterungen zu mobilisieren, sondern wie
auch schon ansatzweise am 3.6.2006 unsere Forderungen in den Mittelpunkt zu
stellen und so öffentlichwirksam dem Sozialkahlschlagkonzept der Herrschenden eine
Alternative entgegenzusetzen. Wir
brauchen ein Konzept der permanenten Unruhe, das die Regierenden unter Druck
setzt, anstatt uns nur ständig an den Verschlechterungen abzuarbeiten. Am
Montag, 24. Juli findet um 18:30 im DGB-Haus eine Veranstaltung des DGB Mittelbaden
statt: Bittere Medizin oder Schierlingsbecher? Die Gesundheitsreform und ihre
Auswirkungen, Info u. Diskussion mit: J. Jung MdB, SPD und Heinz Stapf-Fine, Abteilungsleiter
beim DGB Bundesvorstand. Es wäre schön, wenn viele Gewerkschaftsmitglieder dort
ihre Vorstellungen zum Kahlschlag im Gesundheitswesen äußern würden…
x Apropos Weltmeister
– den Titel hat Deutschland doch gewonnen. Eine Kampagne von pro asyl hat schon
vor der WM darauf hingewiesen: Deutschland
wird Abschiebeweltmeister. Wir unterstützen die Kampagne von pro asyl und möchten Euch bitten, die beiliegende
Unterschriftenliste weiterzureichen und die Unterschriften an die dort
angegebene Adresse zu übersenden.
x Zu Gast unter
Freunden – das ist diese Woche US-Präsident Mr. Bush. Bei der großen Koalition
aus CDU und SPD kann er sich wohl fühlen. Trotz Anti-Irakkriegserklärungen der
SPD-geführten Regierung gab es immer zumindest Unterstützung der
kriegsführenden „Koalition der Willigen“. Sogar die Folterpraxis der
US-Geheimdienste und Militärs wurde gedeckt und toleriert! Antiterror-Gesetze in
EU und BRD machen dem US-Patriot-Act Konkurrenz und es mit Unterstützung der
SPD soll das Grundgesetz und die Standards des Rechtsstaats weiter herabgeschraubt
werden. Während in Stralsund die Stadteinwohner eingesperrt werden, werden die
Gegner der Kriegspolitik von US-Präsident Bush per Demo-Verbot ausgesperrt. Die Friedensbewegung demonstriert trotzdem am
12. und 13. Juli in Stralsund und anderswo gegen den Kriegskurs. In Karlsruhe gibt
es am Mittwoch, 12.7. am Marktplatz –Durchgang
zu Schloss Proteste zwischen 16 und 19 Uhr. Um 18.00 Uhr findet eine Kundgebung
statt, zu der auch die SoLi Karlsruhe aufruft.
x Noch in diesem
Sommer erscheint Brigitte Kiechles zweites Buch zum Irak, Kriegsunternehmen
Irak – eine Zwischenbilanz - das auf die Ökonomie des Krieges, die Realität von
Widerstand und Besatzung und die Lage der Bevölkerung im Kriegszustand seit
2003 unter dem Besatzungsregime eingeht. Brigitte Kiechle geht ausführlich auf die
Veränderungen in den politischen Lagern und die politischen Akteure und ihre
Vorstellungen ein.
x Am 20.7.
und 27.7. gibt es wieder interessante Filme beim AKI-Filmclub – am 20.7. in
Zusammenarbeit mit dem Gewerkschaftlichen Zukunftsforum KA im DGB-Haus in Karlsruhe:
x Fünf
Fabriken - OHNE BOSS BESSER SCHAFFEN : Arbeiterkontrolle in Venezuela, Film von
Dario Azzellini und Oliver Ressler. Donnerstag, 20.Juli 2006, 20.00 Uhr, DGB-Haus
in Karlsruhe, Ettlingerstr.3a, AKI Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Gewerkschaftlichen
Zukunftsforum KA.
x Open Air Kino - Profit nichts als Profit, Regie,
Buch: Raoul Peck, Donnerstag, 27.Juli 2006, 21.00 Uhr, Kulturhaus Mikado
Kanalweg 52, 76149 Karlsruhe
Der AKI-Filmclub zeigt in
der Regel jeden dritten Donnerstag im Monat ab 20.00 Uhr im AKI-Büro im
Gewerbehof oder an anderen Orten in Karlsruhe Filme zu den Themen Flüchtlinge
/Migration, Globalisierung, WTO, zu den real existierenden Kriegen der
Herrschenden, Rassismus und sozialen
Bewegungen und weltweitem Widerstand.
Termine Termine Termine Termine
Mittwoch, 12. Juli: You are not welcome, Mr. Bush. Protestaktion des Friedensbündnisses von 16 Uhr bis
19 Uhr am Marktplatz – Durchgang zum Schloss – 18.00 Uhr Kundgebung
Donnerstag, 13. Juli, 19:00 Uhr, Gewerkschaftliches Zukunftsforum im
DGB-Haus, Sitzungsraum 2.OG
15. Juli, 19.30 Uhr im Falkenbüro (Ecke Werderstraße/Wilhelmstraße):
Viva la autonomia – Teil 1: Politischer Reisebericht mit Bildern über die
zapatistischen Gemeinden in Chiapas sowie die aktuelle Kampagne der EZLN.
Veranstalter AG soziale Kämpfe der Organisierten Linken.
Dienstag 18. Juli, 20 Uhr, Gewerbehof, SoLi-Plenum: Schwerpunkt u.a.
Bericht vom europäischen Sozialforum in Athen.
Donnerstag, 20. Juli, 20 Uhr im DGB-Haus: Fünf Fabriken - OHNE BOSS
BESSER SCHAFFEN : Arbeiterkontrolle in Venezuela, Film von Dario Azzellini und
Oliver Ressler, 20.00 Uhr, DGB-Haus in Karlsruhe, Ettlingerstr.3a, AKI Karlsruhe
in Zusammenarbeit mit dem Gewerkschaftlichen Zukunftsforum KA.
Montag, 24. Juli, 18:30 im DGB-Haus, Saal, 1.OG: Bittere Medizin oder
Schierlingsbecher? Die Gesundheitsreform und ihre Auswirkungen, Info u.
Diskussion mit: J. Jung, MdB, SPD und Heinz Stapf-Fine, Abteilungsleiter beim
DGB Bundesvorstand, Veranstalter DGB Region Mittelbaden
Freitag, 28. Juli 2006, 19.30 Uhr in der Kath. Hochschulgemeinde
Karlsruhe, Hirschstr. 103: Militär-Ökonomie in den USA. Referent Simon Harak /
New York, Ethikprofessor und Koordinator der War Resisters League in USA.
Veranstaltet von DFG/VK u.a.
Samstag/Sonntag, 29/30. Juli, Infostand des AKI beim“ Das Fest“ in der Günter-Klotz-Anlage
u.a. zum Thema Deutschland – Abschiebeweltmeister. Es werden dringend noch HelferInnen gesucht! Bitte beim AKI melden.
Dienstag, 1. August, 20 Uhr, Gewerbehof, SoLi-Plenum: Schwerpunkt,
Aktuelles neoliberales Projekt – Zerschlagung der solidarischen Bausteine im
Gesundheitssystem – Streiks im Gesundheitswesen, aus Lust und Tollerei,
Egoismus, oder mit Methode? Diskussion über die Gesundheitsreform und unsere
Gegenwehr, Bitte sagt den Termin weiter!
5. August, 19.30 Uhr im Falkenbüro (Werderstraße/Wilhelmstraße): Viva la
autonomia –Teil 2: Politischer Reisebericht mit Bildern über besetzte Fabriken
in Argentinien am Beispiel der Druckerei Chilavert, Buenos Aires. Veranstalter
AG Soziale Kämpfe der Organisierten Linken.
7. August, Hiroshima-Tag (6.8. Atombombenabwurf). Mahnwache des
Friedensbündnisses von 16-18 Uhr auf dem Marktplatz.
1. September, Antikriegstag. Mahnwache des Friedensbündnisses von 16-17
Uhr am Marktplatz. 17 Uhr Kundgebung mit Blumenniederlegung auf dem Marktplatz
bei den Pflaster-Rosetten.
Mit SoLidarischen Grüßen